Mokume Gane

Als „Mokume Gane“ wird Metall bestehend aus mehreren Schichten unterschiedlicher Edelmetalle bezeichnet, welches durch seine spezielle Musterung fast organisch wirkt. Nicht nur das geschichtete Metall, sondern auch die Goldschmiedetechnik selbst, wird inzwischen als Mokume Gane bezeichnet. Das anspruchsvolle Handwerk wurde im feudalen Japan entwickelt. Mokume Gane bedeutet wörtlich übersetzt Metall mit Holzaugen und lässt sich sinngemäß als Metall mit Holzmaserung übersetzen. Erst seit den 1970er Jahren in der westlichen Welt bekannt, beherrschen nicht viele Goldschmiede das Handwerk. Etwa seit dem Jahr 2010 beschäftigen wir uns in Köln und Rees intensiv mit der Goldschmiedetechnik und möchten Ihnen auf dieser Seite einen Einblick geben.

Die Grundlage für unseren Schmuck – insbesondere für unsere Mokume Gane Trauringe – sind geschichtete und miteinander verschweißte Bleche aus Gold, Weißgold, Rotgold, Palladium, Silber, teils auch Kupfer und verschiedene weitere Legierungen aus diesen Metallen. Im Folgenden möchten wir Ihnen anhand einiger Fotos exemplarisch die einzelnen Arbeitsschritte bei der Herstellung eines Paars Trauringe zeigen. Mokume Gane ist auch für den erfahrenen Goldschmied immer wieder eine neue Herausforderung. Die hier gezeigten Vorgehensweise ist nur eine Möglichkeit, Schmuck aus japanischen Schichtmetallen zu schmieden.

Herstellung von Mokume Gane BlechenDie Mokume Gane TechnikVerschweissen eines Mokume Barrens

 

Zunächst walzen wir Metallblech auf die gewünschte Stärke und sägen oder schneiden dieses dann zu mehreren Blechen in den passenden Maßen zurecht. Die einzelnen Bleche müssen plan sein und gründlich gereinigt werden. Die Auswahl der Metalle und die Dicke der einzelnen Schichten bestimmt den Charakter des Mokume Gane Schmucks. Auf dem ersten Foto der Reihe sind vorbereitete Bleche zu sehen.

Die Bleche werden anschließend gestapelt. Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Stapel zu einem neuen Barren zu verschweißen: Die Metalle werden entweder im Ofen oder mit einer Gasflamme erhitzt. Im Ofen wird der Stapel bis knapp unter den Schmelzbereich des niedrigschmelzenderen Metalls über die Dauer mehrerer Stunden erhitzt. (Das Verfahren wird Diffusionsschweißverfahren genannt). Mit der Gasflamme muss der Stapel hingegen so stark erhitzt werden, dass ein Metall anfängt zu schmelzen und sich so mit den anderen Blechen verbindet. Das Verschweißen des Mokume Gane Barrens mit der Gasflamme erfordert viel Erfahrung – und endete auch bei uns in der Goldschmiede mit etlichen Überraschungen und Fehlversuchen. Allerdings ist das Verschmelzen mit der Gasflamme auch ein eindrucksvolles Erlebnis und der verschweißte Barren kann unmittelbar weiterverarbeitet werden. Die Wahl des Ofens ist die technischere Arbeitsweise. Eine passende Ausstattung der Werkstatt ist die Voraussetzung.

Mokume Gane BarrendMokume Gane Barren tordiert

Edelmetalle zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich kalt verformen – also auch schmieden – lassen. Der verschweißte Mokume Gane Barren wird daher zur Herstellung von Eheringen kalt zu einem Stab geschmiedet und gewalzt. Durch das Verformen härten die Metalle allerdings aus. Die verschiedenen Metalle verformen sich zudem während des Schmiedens und Walzens unterschiedlich stark. Das Schichtmetall muss daher immer wieder geglüht werden. Erst dann kann mit dem Barren weitergearbeitet werden.

Das zweite Foto der Reihe oben zeigt, wie der Stab in den Schraubstock gespannt und in sich verdreht (tordiert) wird. Das Material wird spätestens hier extremen Beanspruchungen ausgesetzt – und es zeigt sich, ob der Barren auch tatsächlich gut verschweißt wurde. Wird das Material wenig tordiert, lassen sich Mokume Gane Ringe mit einer eher ruhigen, sich zurücknehmenden Musterung schmieden. Durch eine stärkere Torsion, lassen sich spannungsvolle Musterungen erzeugen.

Fugenlose Mokume Gane Ringe

Mokume-Gane-Barren können flächig ausgeschmiedet werden. Handwerklich besonders interessant ist jedoch das Verfahren, mit welchem sich fugenlose Ringe herstellen lassen. Fugenlos heißt, dass die Musterungen bei handwerklich hochwertigen Ringen an keiner Stelle unterbrochen sind.

Aufbohren der RingeAufsägen der RingeAufspalten der Trauringe

Das erste Foto obiger Reihe zeigt einen Handbohrer, mit welchem wir in der Goldschmiede den Mokume Gane Rohling an beiden Enden durchbohren. Mit einer Laubsäge wird der Barren anschließend exakt in der Mitte durchsägt. Wie auf dem letzten Foto der Reihe zu sehen ist, wird der Rohling anschließend aufgespalten und weiter zu einem Ring aufgedehnt und aufgeschmiedet. Auch während dieses Arbeitsgangs muss das Material mehrfach geglüht werden, damit es nicht zu hart wird und reißt.

Glühen von Mokume Gane TrauringenSchmieden der TrauringeFeinschliff

Auch einem erfahrenen Goldschmied wird es bei der Arbeit mit Mokume Gane passieren, dass ein Ring während der Arbeit an den Grenzschichten der Metalle dennoch hin und wieder einreißt. Wichtig ist, dass dies frühzeitig erkannt und gegengesteuert wird. Risse werden meist zugeschmiedet und dann mit einem passenden Lot zugelötet, sodass die Schichten wieder sauber verbunden sind. Dieser Arbeitsschritt ist auf dem ersten Foto der Reihe zu sehen. Auf dem zweiten Foto ist zu sehen, wie wir einen Ehering auf einem Ringriegel aus Stahl schmieden. Der Trauring wird mehrfach geschmiedet, gelangt dadurch in Form – weitet sich aber auch. Mit einer speziellen Presse, unter Goldschmieden „Trauring-Maschine“ genannt, lassen sich die Ringe wieder verkleinern. Dieser Arbeitsprozess wird mehrfach durchlaufen.

Zum Ende der Schmiedearbeit wird der Ring mit Feilen, Fräsern und Schmirgelpapier bearbeitet. Als letztes wird der Mokume Gane Trauring meist noch einmal vorsichtig erhitzt, wodurch die Oberfläche eine gleichmäßige Färbung erhält.

Es gibt verschiedene Variationen der Mokume Gane Technik, die zu unterschiedlichen Musterungen führt. Durch die oben vorgestellte Torsion des Barrens entsteht an der Innenseite ein „Sternenmuster“. Es ist möglich einen Trauring zu stülpen, so dass das Sternenmuster auf der Außenseite des Rings ist. Wenn Sie sich auf unserer Webseite umschauen, finden Sie insbesondere Mokume Gane Ringe mit diesen Musterungen:

  • ein Sternenmuster auf der Innenseite,
  • ein Sternenmuster auf der Außenseite,
  • umlaufende Wellenlinien,
  • Mosaikmusterungen,
  • Ringe mit einem Augenmuster,
  • Ringe mit einer Kombination dieser Musterungen.

Wir fertigen unseren Schmuck nach Ihren Vorstellungen individuell an. Bei Interesse an unserer Arbeit, sprechen Sie uns bitte einfach an.

Mokume Gane TrauringeMokume Gane TrauringeTrauringe in Mokume Gane